Geschichte


Der wechselvollen Geschichte des Spessart haben wir zu verdanken, dass er viel seines rauen Charmes über Jahrhunderte erhalten hat, die ihn heute zu einer attraktiven Urlaubsregion für Wanderer, Radfahrer und andere Outdoor-Sportler macht.SAMSUNG

Schon in der Bronzezeit war der Spessart besiedelt. Sein Holz und Wildreichtum machten ihn zu einem interessanten Siedlungsgebie für die damaligen Jäger und Sammler. Als der Ackerbau die Jagt ablöste, waren eher die Flusstäler am Main von Interesse und die Siedlungen im Hochspessart wurden aufgegeben.  Der Spessart war dann über Jahrhunderte hinweg bis ins 12 Jahrhundert hinein die pure Wildnis, da er Bannforst war und hohen geistlichen und weltlichen Würdenträgern als Jagdrevier diente.  Diese achtete argwöhnisch darauf, dass ich niemand in ihrem Eigentum breitmachte. Erst ab dem 12. und 13. Jahrhundert wurde eine Besiedlung geduldet.

Aber viel gab es nicht zu holen: ein paar Köhler, Waldarbeiter und einige Glasmacher konnten mühsam in der Spessartwildnis ihr Überleben sicherstellen. Etwas Erz und ein paar Töpfereien ermöglichten ein kärgliches Leben. Noch schlimmer wurde es durch die industrielle Revolution, als billige Transportwege die Rohstoffgewinnung im Spessart zu teuer machten. Die letzten Bewohner waren so arm, dass der Mediziner Rudolf Virchow eine Reise in den Spessart unternahm, bei der er „die von Hungernoth

Baeume-217x300bedrängten Gegenden … besuchen und den durch traurige Gerüchte als gefährdet dargestellten Gesundheitszustand der Bewohner erforschen“ sollte. Danach verzeichnete er ein schreckliches Bild der Spessartbewohner in seinem Bericht „Die Noth im Spessart“.

Was sollten die armen Menschen machen? Der Spessart wurde schon immer von zahlreichen Handelsstraßen durchzogen: Salz aus dem Norden wurde auf dem Eselsweg an den Main Transportiert, die Handelsstraße von Frankfurt nach Nürnberg ging durch den Spessart und viele Reisende zigen den kurzen Weg über den Spessart dem langen Weg am Main vor. Was lag da näher, als mit etwas krimineller Energie sich einen Teil zu holen und sich nach erfolgreichem Überfall in die Tiefen des Spessart zurückzuziehen. Auch der Wilderei gingen die Spessartbewohner mit ausgesprochenem Eifer nach. So zeugt heute noch der Hasenstaabweg von einem der berühmtesten Spessarträuber, der die Obrigkeit Jahrzehntelang an der Nase herumführt. Das berühmte Wirtshaus im Spessart ist allerdings eine Erfindung von Willhelm Hauff….obwohl wir Interessierten auf unseren Mountainbiketouren einige Gaststätten zeigen könnten, bei denen man sich gut dunkle Gestalten vorstellen kann, die arglosen Radfahrern auflauern 😉

Wir haben der wechselvollen Geschichte des Spessart, seiner geografischen Lage aber auch der Armut eines der schönsten Fahrreviere Deutschlands zu verdanken: Viele Wälder, ruhige Straßen, traumhafte Trails und herrliche Waldwege. Wenn man auf dem Fahrrad den alten Handelsrouten, die heute oft Wanderwege sind, folgt, kann man Natur noch so erleben, wie es sie an vielen anderen Orten auf der Welt nicht mehr gibt.